Höherer Nüchternblutzucker bei keto Adaptierten

Personen die sich schon länger ketogen oder low carb ernähren wissen vielleicht wovon ich spreche: Anstelle der üblichen 4.7 oder 4.8mmol/L Blutzucker misst man auf nüchternen Magen jetzt plötzlich 5.8 oder 6.0mmol/L.

Was ist da passiert?

Kein Grund zur Sorge, der Begriff dazu lautet “physiologische Insulinresistenz“ .
Im Gegensatz zur pathologischen Insulinresistenz – ein typisches Merkmal bei Typ2 Diabetikern – ist die physiologische Insulinresistenz durchaus etwas Positives. Viele nennen diesen Zustand auch “adaptive glucose sparing“. Dr. Ted Naiman beschreibt es als Muskeln, die sich im „Glukosevermeidungsmodus“ befinden.

Vor der Umstellung auf die ketogene Ernährung waren die Muskeln die wichtigsten “Verbraucher“ der im Blut zirkulierenden Glukose. Nach einer langfristigen ketogenen Ernährung bevorzugen die Muskeln jedoch das Fett als Brennstoff. So widersetzen sie sich teilweise der Wirkung von Insulin, das den Zucker in die Zellen schleusen will. Die Muskelzellen signalisieren „wir wollen/brauchen deinen Zucker nicht mehr, also geh weiter.“ Daher der leicht erhöhte, aber stabile Nüchternblutzucker. Erfahrungsgemäss wird dann auch weniger Insulin benötigt, um den Blutzuckerspiegel in Balance zu halten.

Wenn man sich also nicht sicher ist, womit der höhere Nüchternblutzucker zusammenhängt, macht es Sinn, auch den Insulinspiegel auf nüchternen Magen zu messen. Ist dieser tief, handelt es sich ziemlich sicher um “adaptive glucose sparing“ und nicht um pathologische Insulinresistenz.


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