Ärzteblatt: Dein Freund, der Ketonkörper!

Soll man Diabetikern und Adipösen raten, Kohlenhydrate in der Nahrung radikal einzusparen? Mehr und mehr Ärzte befürworten schon länger den „Low Carb“-Ansatz, die wissenschaftliche Evidenz dafür wächst. Renommierte Institutionen legen derzeit ambitionierte Studien auf, um weitere Argumente für einen Paradigmenwechsel zu liefern.

„Im Grunde sehen wir inzwischen die Insulinresistenz der Organe nicht mehr als Ursache der hohen Insulinspiegel beim Typ-2-Diabetes, sondern umgekehrt als deren Folge“, erklärt Dr. Kerstin Kempf die Abkehr vom traditionellen Deutungsansatz. „Letztlich schützen sich die Körperzellen vor zu viel Zucker, der ihnen durch immer höhere Insulinspiegel aufgezwungen wird“, so die Leiterin des Studienzentrums am Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum Düsseldorf.

„Das Insulin stoppt nicht nur die Lipolyse und verhindert damit den Abbau der Fettreserven“, betont der Chefarzt für Diabetologie, „Insulin tut dies leider umso wirkungsvoller, je höher das Körpergewicht ist.“

„Wir wissen eigentlich längst aus zahlreichen Arbeiten, dass eine Insulintherapie langfristig keine gute Option für den Typ-2-Diabetes darstellt“, so der Diabetologe. Das gilt für die Mortalität insgesamt, aber auch für kardiovaskuläre Ereignisse.

Und die Nebenwirkungen?
Zwar ist als günstiger Effekt ein Rückgang der Triglyceride und ein Anstieg des HDLs zu beobachten, aber auch ein Anstieg des LDL-Cholesterins (18). Das gilt jedoch nicht als besorgniserregend, denn dahinter verbirgt sich ein Shift von den kleinen, dicht gepackten LDL-Partikeln hin zu größeren mit geringerer Dichte, die als deutlich weniger atherogen gelten (8). Eine Analyse des Hallberg-Kollektivs in Bezug auf kardiovaskuläre Risikofaktoren gibt ebenfalls Entwarnung: Der LDL-Anstieg ging auch hier auf die großen Partikel zurück, Apo-B blieb unverändert, günstig entwickelten sich zudem die Blutdruckwerte und die inflammatorischen Marker.

Ärzteblatt – Gegen Diabetes und Adipositas: Dein Freund, der Ketonkörper


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